Mandelblüte im März, 38 °C im August, grüne Hügel im Januar — dazu Wasser, Strom, Ärzte und Schulen. Wie ein ganzes Jahr auf der Insel wirklich aussieht.
Nordzypern kennt eigentlich keine vier Jahreszeiten, sondern zwei: acht Monate Trockenheit und vier Monate, in denen die Insel grün wird. Wer im August zum ersten Mal herkommt, nimmt die Erinnerung an verdorrte Hügel und weißglühenden Asphalt mit. Wer im Februar kommt, versteht nicht, warum die Insel als trocken gilt — die Hänge stehen im Gras, und in den Gräben fließt Wasser. Beide Bilder stimmen. So sieht ein ganzes Jahr aus.
Frühling: Mandelblüte, Orchideen und die besten Wandermonate
Die ersten Mandelbäume blühen schon Ende Januar, doch der eigentliche Frühling beginnt im März. Tagsüber sind es 18 bis 22 °C, abends ist ein Pullover noch willkommen. Die Hänge des Kyrenia-Gebirges sind jetzt am schönsten: wilde Orchideen blühen — auf der Insel wachsen über fünfzig Arten — dazu Alpenveilchen und Mohn. Es ist die einzige Zeit, in der man ohne Bedenken zu einem Tagesaufstieg zur Burg Buffavento oder Kantara aufbrechen kann, ohne dabei zu garen.
Im April klettert das Thermometer auf 25 °C, und die Saison der langen Mittagessen im Freien beginnt. Das Meer ist mit rund 18 °C noch kühl. Im Mai erwärmt es sich auf 21 bis 23 °C — für Abgehärtete reicht das. Ende Mai wechselt die Landschaft von Grün zu Gold: Das Gras trocknet in knapp drei Wochen aus.
Sommer: Hitze, mit der sich leben lässt
Von Juni bis September wiederholt sich das Muster täglich: blauer Himmel, kein Regen, 33 bis 38 °C. Das Landesinnere um Nikosia liegt einige Grad über der Küste, wo abends eine Meeresbrise aufkommt. Am Wasser ist die Luftfeuchtigkeit höher, aber erträglich.
Der Alltag verschiebt sich schlicht in andere Stunden. Einkäufe und Behördengänge erledigt man vor zehn Uhr morgens, der Nachmittag gehört dem Schlaf oder dem Schatten, und ab sechs Uhr abends füllen sich die Städte wieder. Die Restaurants an der Uferpromenade laufen erst nach Sonnenuntergang richtig an. Im August hat das Meer rund 27 °C — wärmer als die meisten Swimmingpools.

Herbst: die angenehmste Zeit des Jahres
Müssten wir zwei Monate empfehlen, wären es Oktober und November. Die Luft fällt auf 25 bis 28 °C, die Reisegruppen sind weg, und das Meer hält seine Sommerwärme — bis Ende Oktober badet man ohne Zögern, viele machen im November weiter. Die ersten Regen kommen meist Mitte November: kurz und heftig, danach riecht die Erde, und binnen einer Woche zeigt sich das erste Grün. Dann werden auch die Fenster geöffnet, die drei Monate lang wegen der Klimaanlage zu waren.
Winter: grün und nass, nicht kalt
Der Winter auf Nordzypern ist kein Winter in mitteleuropäischem Sinn. Tagsüber sind es 12 bis 18 °C, nachts fällt es auf 7 bis 8 °C. Schnee liegt nur auf den Gipfeln, und auch das selten. Dafür regnet es: Der größte Teil des Jahresniederschlags fällt zwischen Dezember und Februar, oft an mehreren nassen Tagen hintereinander. Dazwischen liegen Sonnentage, an denen man draußen zu Mittag isst. In den Bergen ist es spürbar kühler und windiger als an der Küste — rechnen Sie mit drei bis fünf Grad Unterschied.
Worauf man sich einstellen sollte: Wohnungen haben hier keine Zentralheizung. Geheizt wird mit einer Klimaanlage mit Wärmepumpe, die im Winter umgekehrt arbeitet — in einer gut gebauten Wohnung reicht das völlig. In älteren Steinhäusern ist im Januar Feuchtigkeit zu spüren, weshalb sich regelmäßiges Lüften und ein Luftentfeuchter lohnen.
Wasser, Strom, Internet
Die Insel hat mehr als dreihundert Sonnentage im Jahr und wenig eigenes Wasser. Seit 2015 fließt Trinkwasser deshalb durch eine Leitung auf dem Meeresboden aus der Türkei — rund achtzig Kilometer, die einen großen Teil des Verbrauchs decken. Zu Hause trinkt man trotzdem meist Wasser aus der Flasche.
Der Strom ist stabiler als vor zehn Jahren, doch kurze Ausfälle kommen weiterhin vor, vor allem bei Sommerspitzen und Winterstürmen. Neuere Wohnanlagen haben deshalb einen Generator für Gemeinschaftsbereiche und Aufzüge — eine Frage, die man bei der Besichtigung stellen sollte. Solarkollektoren zur Wassererwärmung sitzen auf praktisch jedem Dach, sodass Warmwasser von April bis Oktober so gut wie nichts kostet. Glasfaser gibt es in Kyrenia, Famagusta, Iskele und in den meisten neuen Anlagen; mobiles Internet deckt sogar die Karpaz-Halbinsel ab.
Arzt, Schule, Universität
Die medizinische Versorgung ruht auf Privatkliniken — die größten stehen in Nikosia und Kyrenia, mit moderner Technik und Ärzten, die in der Regel Englisch sprechen. Staatliche Krankenhäuser sind für Ausländer kostenpflichtig; eine Reise- oder Expat-Versicherung ist hier kein Luxus, sondern ein fester Budgetposten.
Rund um Kyrenia und Famagusta gibt es mehrere Schulen mit internationalem Programm, meist mit Englisch als Unterrichtssprache. Die Universitäten überraschen jeden Erstbesucher: Die Campus in Famagusta und Kyrenia zählen zusammen Zehntausende Studierende aus aller Welt — ihretwegen bleibt die Insel auch außerhalb der Saison belebt.
Wann man zur Immobilienbesichtigung kommen sollte
Die besten Besichtigungsmonate sind April, Mai, Oktober und Anfang November. Das Wetter erlaubt mehrere Orte an einem Tag, das Meer ist noch warm, und Sie sehen die Insel so, wie Sie sie am häufigsten erleben werden. Wer die Wirklichkeit ohne Glanz sehen will, kommt im Januar oder August — im Januar zeigt sich, wie gut eine Wohnung heizt und wo es zieht, im August, ob die Terrasse nachmittags Schatten hat. Wenn Sie den Termin noch planen, beraten wir Sie bei CyprusGlobal gern, welche Woche für Ihre Wunschgegenden sinnvoll ist.



