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Neuntausend Jahre auf einer Insel — die Geschichte Nordzyperns
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Neuntausend Jahre auf einer Insel — die Geschichte Nordzyperns

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Das antike Salamis, eine gotische Abtei, venezianische Mauern und drei Burgen in den Bergen — was zu sehen ist und warum es noch steht.

Nur an wenigen Orten im Mittelmeerraum lässt sich an einem einzigen Tag durch neuntausend Jahre Geschichte gehen. In Nordzypern stehen antike Säulen, eine gotische Abtei, venezianische Mauern und osmanische Moscheen oft nur wenige Dutzend Kilometer voneinander entfernt. Die Insel lag an der Kreuzung der Wege zwischen Europa, Asien und Afrika, und jeder, der hier durchkam — Händler, Mönch oder Soldat — hinterließ etwas. Der folgende Überblick hält die zeitliche Reihenfolge ein und lässt sich deshalb auch als Reiseplan für ein paar Tage lesen.

Die ältesten Spuren: das Kupfer, das der Insel den Namen gab

Die ersten dauerhaften Siedlungen auf Zypern entstanden um 7000 v. Chr. Neolithische Bauern errichteten runde Steinhäuser und hielten Tiere, die sie in Booten vom Festland herbeigeschafft hatten. Der eigentliche Reichtum lag jedoch unter der Erde: Kupfer. Es wurde hier seit der Bronzezeit abgebaut und in solchen Mengen in den gesamten östlichen Mittelmeerraum ausgeführt, dass sich das lateinische Wort für Kupfer, cuprum, vom Namen der Insel ableitet. Die Häfen teilten sich nacheinander Phönizier, Assyrer und Perser, bis Alexander der Große die Insel 333 v. Chr. übernahm. Nach ihm kamen die Ptolemäer aus Ägypten und schließlich die Römer — und mit ihnen Straßen, Aquädukte und Städte.

Salamis — die Stadt, die einmal die Hauptstadt war

Wenige Kilometer nördlich von Famagusta liegt die größte antike Ausgrabungsstätte der Insel. Salamis war über Jahrhunderte die bedeutendste Stadt Zyperns, und ihre Ruinen erstrecken sich über mehrere Quadratkilometer. Am eindrucksvollsten ist das Gymnasion mit der erhaltenen Säulenhalle rund um den Übungsplatz, gleich daneben die römischen Thermen mit Resten von Fußbodenheizung und Mosaiken, und ein Stück weiter das Theater, in das fast fünftausend Zuschauer passten. Eine Reihe von Erdbeben zerstörte die Stadt im 4. Jahrhundert, und was übrig blieb, wurde nach und nach vom Sand der Küstendünen zugeweht. Genau dieser Sand hat die Anlage über Jahrhunderte konserviert — deshalb ist so viel erhalten. Planen Sie mindestens zwei Stunden ein und nehmen Sie einen Hut mit, Schatten gibt es kaum.

Byzanz und die Anfänge des Christentums

Zypern gehört zu den ältesten christlichen Gebieten überhaupt. Nach der Apostelgeschichte wirkten hier um das Jahr 45 Paulus und Barnabas, der von der Insel stammte — der Glaube kam also praktisch in der ersten Generation hierher. Unweit von Salamis steht das Kloster des heiligen Barnabas, errichtet an der Stelle, an der das Grab des Apostels gefunden worden sein soll; dieser Fund half der zyprischen Kirche, sich im 5. Jahrhundert vom Patriarchat von Antiochia unabhängig zu machen. Heute beherbergt das Kloster ein Ikonenmuseum und eine archäologische Sammlung. Aus byzantinischer Zeit haben sich außerdem kleine Kirchen mit Mosaiken und Wandmalereien erhalten, verstreut in den Dörfern am Fuße des Gebirges.

Drei Burgen über der Küste

Im Kyrenia-Gebirge stehen drei Festungen: St. Hilarion, Buffavento und Kantara. Sie entstanden in byzantinischer Zeit als Wachposten gegen Überfälle von See und wurden so angelegt, dass jede die nächste sehen konnte — ein Feuersignal ließ sich in wenigen Minuten über den ganzen Kamm bis an sein anderes Ende weitergeben. Unter den Lusignans, der französischen Dynastie, die die Insel ab dem späten 12. Jahrhundert regierte, wurden sie zu richtigen Burgen mit Palastflügeln und Sommerresidenzen ausgebaut. St. Hilarion ist am besten erhalten und am leichtesten zu erreichen, zum Buffavento führt ein steiler Aufstieg, den der Blick auf beide Seiten des Gebirges belohnt, und Kantara bewacht das östliche Ende des Kamms. Von St. Hilarion heißt es, seine Türme hätten Walt Disney zum Dornröschenschloss inspiriert; belegt ist das nicht, aber von unten betrachtet wundert es einen nicht.

Bellapais — Gotik zwischen Olivenbäumen

Über Kyrenia steht die Abtei Bellapais, im 13. Jahrhundert von Prämonstratensern gegründet. Sie ist eines der schönsten gotischen Bauwerke des östlichen Mittelmeers — Spitzbogen, ein Kreuzgang um einen Hof mit Zypressen und ein Refektorium, aus dessen Fenstern man das Meer dreihundert Meter tiefer sieht. Selbst als Ruine wirkt sie wie ein Stück Nordeuropa, das versehentlich zwischen den Olivenbäumen gelandet ist. Im Dorf unterhalb der Abtei lebte in den fünfziger Jahren der britische Schriftsteller Lawrence Durrell und schrieb hier Bittere Limonen; sein Haus und den Baum, unter dem sich die Dorfbewohner trafen, zeigen einem die Einheimischen bis heute.

Gotische Bogen der Abtei Bellapais oberhalb von Kyrenia
Abtei Bellapais — Gotik aus dem 13. Jahrhundert über der Küste

Famagusta hinter den Mauern

Die Altstadt von Famagusta umschließen massive venezianische Mauern aus dem 16. Jahrhundert — stellenweise fünfzehn Meter dick, mit Bastionen, die bereits gegen Artillerie entworfen waren. Sie wurden gerade rechtzeitig fertig, um der osmanischen Belagerung standzuhalten, die zehn Monate dauerte und im August 1571 endete. Im Inneren stehen zu Moscheen umgebaute Kirchen, darunter die Kathedrale des heiligen Nikolaus, heute die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee: eine gotische Fassade wie aus einer französischen Stadt, daneben ein angebautes Minarett. Auf der Mauer am Hafen erhebt sich der Othello-Turm — Shakespeare siedelte sein Stück in einem Hafen auf Zypern an, und Famagusta beruft sich bis heute darauf.

Osmanische und britische Zeit

Nach 1571 gehörte die Insel drei Jahrhunderte lang zum Osmanischen Reich. 1878 übernahm Großbritannien aufgrund eines Abkommens mit Istanbul die Verwaltung und machte sie 1925 zur Kronkolonie; aus dieser Zeit stammen der Linksverkehr, Teile des Rechtssystems und viele Schulen. 1960 wurde Zypern unabhängig, und nach den Ereignissen von 1974 wurde die Insel in einen nördlichen und einen südlichen Teil geteilt; diese Teilung besteht bis heute. Für Besucher bedeutet das praktisch zwei Verwaltungen und Grenzübergänge, die sich mit dem Reisepass passieren lassen. Wenn Sie eine Reise in den Norden planen und neben den Denkmälern auch sehen möchten, wie hier heute gewohnt wird, beraten wir Sie bei CyprusGlobal gern zu Route und Terminen.

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