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Währung, Preise und Zahlungen — wie in Nordzypern bezahlt wird
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Währung, Preise und Zahlungen — wie in Nordzypern bezahlt wird

7 Min. Lesezeit

Türkische Lira im Laden, Pfund in der Immobilienbranche — warum Preise in einer anderen Währung genannt werden als der, mit der Sie Kaffee bezahlen.

In Nordzypern stößt man auf eine Eigenheit, die fast alle überrascht: Im Laden bezahlt man mit türkischer Lira, die Preise für Wohnungen und Häuser stehen dagegen in britischen Pfund. Das ist kein Fehler und kein Trick — dahinter steckt eine Logik. Die eine Währung trägt den Alltag, die andere die langfristigen Verträge. Wer den Grund kennt, kann im Voraus planen, wann und womit er zahlt, und wird bei der Unterschrift von nichts überrascht.

Alltag: die türkische Lira

Offizielle Währung ist die türkische Lira. Damit zahlen Sie im Geschäft, im Restaurant, an der Tankstelle und im Taxi. In Städten wie Kyrenia, Famagusta oder Iskele ist Kartenzahlung völlig normal — Supermärkte, Hotels, größere Restaurants und Tankstellen akzeptieren sie problemlos. Außerhalb der Städte, auf Märkten, in kleinen Cafés und bei Handwerkern regiert dagegen weiterhin das Bargeld, kleine Scheine gehören also ins Portemonnaie. Geldautomaten gibt es in allen Städten, und die meisten geben neben Lira auch Euro aus; bei einer Abhebung in Fremdwährung wählen Sie immer die Umrechnung durch Ihre eigene Bank, nicht durch den Automaten. Wechselstuben im Zentrum von Kyrenia und in Famagusta nehmen Euro und Pfund und bieten in der Regel bessere Kurse als Hotel oder Flughafen. Trinkgeld im Restaurant ist hier üblich, wenn auch nicht Pflicht.

Immobilien: Pfund und Euro

Die Preise neuer Projekte werden auf der Insel traditionell in britischen Pfund genannt, oft auch in Euro. Der Grund ist praktisch: Die Lira schwankt stark, und weder Bauträger noch Käufer wollen, dass sich der Preis einer Wohnung von Woche zu Woche ändert. Eine Wohnung im Bau wird in Raten bezahlt, und die Bauzeit kann zwei Jahre betragen — eine stabile Währung schützt in dieser Zeit beide Seiten. Sie wissen, was Sie insgesamt zahlen, der Bauträger weiß, womit er rechnen kann. Bei den einzelnen Raten kommt es deshalb darauf an, wie der Kurs bestimmt wird: Entweder zahlen Sie direkt in der Vertragswährung, oder der Betrag wird zum Kurs eines vereinbarten Stichtags umgerechnet. Welcher Tag und welcher Kurs gilt, gehört in den Vertrag und nicht in eine mündliche Absprache.

Straße im Zentrum von Kyrenia mit Geschäften und Cafés
In den Städten zahlt man meist mit Karte, außerhalb ist Bargeld praktisch

Ein Bankkonto auf der Insel

Ein eigenes Konto bei einer örtlichen Bank ist beim Kauf nicht vorgeschrieben, erleichtert den Alltag aber erheblich. Darüber laufen Strom und Wasser, die Gebühr für die Anlagenverwaltung, das Internet und gewöhnliche Rechnungen — die meisten davon lassen sich als Lastschrift einrichten. Die Bank möchte in der Regel Reisepass, Adressnachweis aus dem Heimatland, Steueridentifikationsnummer und einen Nachweis über die Herkunft der Mittel sehen; manche Banken verlangen zusätzlich den Kaufvertrag. Rechnen Sie damit, dass die hiesigen Banken nicht an das europäische SEPA-System angeschlossen sind. Überweisungen laufen deshalb über Korrespondenzbanken, dauern länger als innerhalb der Europäischen Union und kosten Gebühren. Ein Hindernis ist das nicht, man muss es nur bei der Planung der Ratentermine berücksichtigen.

Geld aus Europa überweisen

Geld erreicht die Insel per internationaler SWIFT-Überweisung. Ihre Bank benötigt Namen und Anschrift des Empfängers, die Kontonummer, den SWIFT/BIC-Code der Empfängerbank, die Angaben zur Korrespondenzbank sowie den Verwendungszweck — beim Immobilienkauf üblicherweise die Vertragsnummer. Gebühren fallen auf beiden Seiten an: Ihre Bank berechnet den Versand, die Empfängerbank die Gutschrift, und mitunter nimmt sich auch die Bank dazwischen ihren Anteil. Der zweite Posten ist die Kursdifferenz — schicken Sie Euro auf ein Pfundkonto, rechnet die Bank zu ihrem eigenen Kurs um. Am besten senden Sie das Geld daher gleich in der Währung, in der der Vertrag geschlossen ist, und planen einige zusätzliche Werktage ein.

Übliche Kosten und Gebühren beim Kauf

Neben dem Kaufpreis selbst kommen weitere Posten hinzu. Dazu gehören die Grunderwerbsteuer, die Stempelgebühr (stamp duty) bei der Registrierung des Vertrags, die Mehrwertsteuer, die Gebühr für die Erwerbsgenehmigung für Ausländer und das Honorar des Anwalts, der den Vertrag prüft und Sie bei den Behörden vertritt. Manches wird sofort bei Unterschrift fällig, anderes erst bei Übergabe oder bei der Umschreibung im Grundbuch. Die konkreten Sätze ändern sich mit der Zeit, deshalb nennen wir sie hier bewusst nicht — die aktuelle Übersicht senden wir Ihnen gern auf Anfrage, damit Sie die reale Gesamtsumme schon vor der Entscheidung kennen.

Laufende Haushaltskosten

Nach dem Einzug kommen die gewöhnlichen monatlichen Posten: Strom, Wasser, Internet und die Gebühr für die Anlagenverwaltung. Strom wird monatlich nach Verbrauch abgerechnet und fällt im Sommer wegen der Klimaanlage höher aus, beim Wasser ist es ähnlich. Die Verwaltungsgebühr wird monatlich oder jährlich gezahlt und deckt die Pflege von Pool, Garten und Beleuchtung sowie die Reinigung der Gemeinschaftsflächen — ihre Höhe hängt davon ab, was die Anlage bietet. Das Internet wird monatlich nach gewähltem Tarif berechnet. Die konkreten Beträge nennen wir Ihnen gern für jedes Projekt einzeln.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Prüfen Sie im Vertrag immer vier Dinge. Erstens, in welcher Währung der Preis angegeben ist. Zweitens, ob Steuern und Gebühren darin enthalten sind oder separat anfallen. Drittens, wer die Kursdifferenz und die Bankgebühren der einzelnen Überweisungen trägt. Und viertens, ob Sie den Zahlungsplan schriftlich haben — mit Datum, Betrag und Währung jeder Rate, nicht nur als mündliche Zusage, dass sich das schon regeln lässt. Bei all dem können wir helfen; genau deshalb lohnt es sich, jemanden an der Seite zu haben, der die hiesigen Gepflogenheiten kennt.

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